Dr. Herbert Michel, Würzburg, schreibt: Das Prinzip des Erklärens "step by step", ein pädagogisch-didaktisches Prinzip, dessen Wirkungskraft noch nie angezweifelt worden ist (und das doch die allermeisten vergessen, die sich als Fachleute schreibend an Laien wenden, um sie zu etwas Gutem anzuregen) - in diesem Buch ist es konsequent angewendet. Mit großartiger Einfühlung in Verständnisbereitschaft und Verständnisfähigkeit jeder Frau, insbesondere jeder jungen Mutter, und jedes Mannes, die sich womöglich dafür interessieren könnten, ihre Zähne länger als bis zum ersten Loch gesund zu erhalten. Mehr wird nicht vorausgesetzt, es genügt als Ausgangspunkt, ein Verständnis aufzubauen. Zwei kurze, klug formulierte Vorworte schaffen bereits das Vertrauen des Lesers, das dieser braucht, um weiterzulesen. Dabei wenden diese Vorworte sich an zwei verschiedene Gruppen: Das erste, von Klaus Heinemann, dem Leiter des Ressorts Gesundheit und Soziales bei der Rheinischen Post, spricht zwar ganz allgemein den Leser, also auch den Laien an, wendet sich aber mindestens so deutlich an die Zahnärzte, mit dem Ziel, zur Prophylaxe zu ermuntern. Die Autoren, Elfi und Lutz Laurisch, sprechen in dem zweiten Vorwort den gesundheitswilligen Laien allein an. Und hier wird schon die besondere Qualität dieses kleinen Buches deutlich: Der Zahnarzt tritt zunächst ganz in den Hintergrund - scheinbar -, um sich dann doch in seiner neuen Rolle als prophylaxeorientierter Helfer einzuführen.
Dieser Gedanke zieht sich als Prinzip durch das Buch. Dem Laien wird immer der Vorrang gelassen; es wird der Leserin und dem Leser Schritt für Schritt bestätigt, dass sie mit den eigenen Möglichkeiten der Mundhygiene und einer sinnvollen Ernährung sehr viel für die Gesunderhaltung ihrer Zähne tun können. Dass es aber Grenzen ihrer Möglichkeiten gibt, an denen nur der Zahnarzt und sein Team das ihrige dazu tun können, damit aus dem guten Willen auch ein echter und bleibender Erfolg wird. Auch bei der Beschreibung all dessen, was es da an Hilfestellung gibt, wird nicht großartig die zahnärztliche Leistung herausgestellt, sondern die Hilfe. Und das Schritt für Schritt so, dass es jedermann und jedefrau versteht und einsieht. Was will und kann man mehr mit einem Buch an Motivation leisten!
Fast nebenbei sollte aus dieser Besprechung hervorgehen, dass dieses Buch sogar noch eine weitere Zielgruppe hat, die vielleicht noch mehr von der Lektüre profitieren kann als jeder Laie. Es sind die Prophylaxeassistentinnen in den zahnärztlichen Teams, denen in der täglichen Praxis nicht zuletzt ein Hauptteil der Motivationsarbeit zukommt. Was dieses Buch step by step vormacht, ist ebenso auch eine ideale Anleitung für die Bemühungen des Teams um die Motivation der Patienten.
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Priv.-Doz. Dr. Stefan Zimmer, Berlin, schreibt: Bis vor wenigen Jahren war für Patienten geschriebene zahnmedizinische Literatur eine echte Rarität. Dies hat sich in der jüngeren Vergangenheit geändert und es gibt mittlerweile einige Bücher, die den interessierten Laien über zahnmedizinische Sachverhalte informieren. Das vorliegende Buch von Elfi und Lutz Laurisch gehört in diese Kategorie und widmet sich ausschließlich dem Thema Prävention. Informativ, verständlich geschrieben und anschaulich illustriert sind die in zwölf Kapiteln dargestellten Themen leicht zu konsumieren. Dem Leser wird neben der Entstehung von Karies und Parodontitis vor allem dargelegt, was er selbst und sein Zahnarzt für die Vermeidung, aber auch für das Stoppen bereits eingetretener Erkrankungen tun kann. Dabei geht es um die Themen häusliche Mundhygiene, Ernährung, Keimübertragung, Professionelle Zahnreinigung, Risikobestimmung, Speichel, Fissurenversiegelung, Fluorid und Chlorhexidin, aber auch die Notwendigkeit der Konturierung bzw. des Austauschs insuffizienter Restaurationen, um überhaupt erst "putzbare" und gewebefreundliche Verhältnisse zu schaffen. Erfreulicherweise geschieht dies alles ohne erhobenen Zeigefinger. Auf langatmige Erklärungen wird zugunsten knapper Infos, die als "Regeln", "Tipps" oder auch "Tricks" an den Mann und die Frau gebracht werden, verzichtet. Dadurch und weil Informationen, die einem Großteil der Leser bekannt sein dürften, konsequent mit weniger Bekanntem gemischt werden, ist das Buch kurzweilig und erliegt nicht dem insbesondere bei der häuslichen Mundhygiene gegebenem Risiko, zu banal zu wirken. Den Abschluss des Buches bildet eine Beantwortung der meist gestellten Fragen zum Thema Prophylaxe. Dieses Kapitel erlaubt eine besonders schnelle Information zu einigen der wichtigsten Fragen der Oralprophylaxe. Kritisch ist an dem Buch allenfalls zu vermerken, dass die Bedeutung der Themen Keimübertragung und Speicheldiagnostik etwas übertrieben dargestellt wird.
Alles in allem ist das 64 Seiten starke Buch eine uneingeschränkt empfehlenswerte Lektüre für jeden am Thema Zahngesundheit interessierten Laien. Als Auslage im Wartezimmer oder vielleicht auch als Einstiegsgeschenk für Sanierungspatienten ist es gut eignet, für das Thema Prophylaxe zu sensibilisieren und damit einen Einstieg in eine präventionsorientierte Zahnmedizin zu schaffen.
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